Aktuelles im BFW Mainz

Egal ob Aus- und Weiterbildung, Veranstaltungen oder Veränderungen rund um das Bildungszentrum: Hier informiert Sie das BFW Mainz aktuell und zeitnah über alle relevanten Entwicklungen.

01.
Apr
2017
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Seit 01.04.2017 gibt es einen Wechsel in der Geschäftsführung des BFW Mainz.

Herr Hans Wolfgang Oster ist neuer Geschäftsführer unserer Einrichtung.

Herr Oster ist Diplom-Medizinpädagoge und bereits seit 01.07.2008 im BFW Mainz tätig - als Prokurist und Leiter Ausbildung, Qualifizierung und Integration.

11.
Feb
2017
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Am 11. Februar 2017 hat die erste interne Fortbildung im Bereich Sportphysiotherapie für blinde, sehbehinderte und sehende Auszubildende im BFW Mainz stattgefunden.

Unter Leitung von Ben Krimer und Florian Faust ( D(O)SB ) Sportphysiotherapeuten wurden Sport und Kinesiotapeanlagen, sowie Fascientechniken und das "Flossingband" vorgestellt und praktisch geübt.

27.
Okt
2016

Das Wort "Pionier" fällt weit mehr als einmal an diesem Jubiläumstag. Seit 50 Jahren gibt es das Berufsförderungswerk Mainz (BFW). "Vier Jahrzehnte vor der UN-Behindertenrechtskonvention hat Mainz schon die Frage gestellt, warum Menschen, die blind und sehbehindert sind, nicht mit Menschen zusammen ausgebildet werden sollen, die das nicht sind", hob Moderatorin Astrid Jaehn beim Festakt hervor. Die als Elisabeth-Dicke-Schule gegründete Einrichtung habe damals "eine Erfolgsgeschichte begründet".

Breites Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildung

Heute, drei Namensänderungen später, blickt das BFW auf 3000 Absolventen zurück und, wie die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, "eine Vielzahl markante Qualifizierungen in Gesundheitsberufen", womit auf dem Lerchenberg "die Basis für eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft geschaffen worden ist". 140 Rehabilitanden, insbesondere blinde, sehbehinderte und hörgeschädigte, die in ebenso vielen Appartements auf fünf Wohnhäuser verteilt leben, sowie 70 Menschen ohne Behinderungen nehmen an einem umfangreichen Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen teil. Zudem biete das BFW Mainz ein berufsbegleitendes Studium an.

"Gesundheit wird zum Megamarkt in einer immer älter werdenden Gesellschaft", hielt die Ministerin fest. Die Gesundheitsbranche sei mit 300 000 Erwerbstätigen eine "in der Gesamtwirtschaft tragende Säule", fast jeder zehnte Euro werde inzwischen in diesem Zweig erwirtschaftet. Das BFW als "Wegbereiter für gelebte Integration in den Arbeitsmarkt" bieten. Bätzing betonte auch die gesellschaftliche Bedeutung des inklusiven Modells: Die BFWs müssen gemeinsam mit Politik und Arbeitsagenturen dafür werben, dass die Unternehmen sich angesichts des Fachkräftemangels noch stärker für Menschen mit Behinderungen öffnen. Insofern sei das "moderne Dienstleistungszentrum" auf dem Lerchenberg auch ein "Qualifizierungspartner für die Wirtschaft".

Unter dem Dach des BFW werden auch eine physiotherapeutische und eine podologische Praxis betrieben. 70 Mitarbeiter zählt die Einrichtung, in den Worten des Referatsleiters im Bundes-Außenministeriums, Matthias Nagel, ein unverzichtbarer Partner im Bereich der beruflichen Integration". Oberbürgermeister Michael Ebling unterstrich die Bedeutung der Einrichtung für "eine Gesellschaft, in der sich jeder im Rahmen seiner individuellen Fähigkeiten einbringen kann". Unabdingbar dafür seien Selbstwertgefühl und Eigenständigkeit, zentral dafür wiederum die berufliche Ausbildung. "Das haben die Gründer des BFW schon vor 50 Jahren erkannt", so Ebling, "das müssen damals Pioniere gewesen sein."

Artikel erschienen in der Mainzer Allgemeinen Zeitung am 04.11.2016
verfasst von Torben Schröder

01.
Jul
2016
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Der Besuch des Louis Braille Festivals ist für die Geschäftsleitung und die Ausbilder des Berufsförderungswerks Mainz immer wieder ein schönes Ereignis.

Schon traditionell bietet das BFW Workshops aus dem Themenbereich der Naturheilkunde an. In diesem Jahr wurden wieder vier verschiedene Workshops abgehalten: Komplementärmedizin und Blickdiagnostik mit Ilona Rubin, Traumreisen unter Anleitung von Hajnalka Böhm, Dehnübungen für den Alltag von Berit Rougier und Entspannung nach Jacobsen mit Florian Faust.

Das Publikum nahm das Angebot gerne an.

DBSV-Festival 2016

 

 

10.
Jun
2016
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Kooperation zur verbesserten Inklusion von blinden und sehbehinderten Menschen im Arbeitsmarkt gestartet

 

·         Die Stiftung MyHandicap gemeinnützige GmbH und die vier spezialisierten Berufsförderungswerke für blinde und sehbehinderte Menschen starten ihre Zusammenarbeit

·         Ausbau des Online-Informationsangebotes

·         Vernetzung von Arbeitgebern mit Stellensuchenden mit Seheinschränkung

 

Würzburg, 10.06.2016. Auf der Geschäftsführerkonferenz des Bundesverbandes der Berufsförderungswerke Deutschlands am 09.06.2016 in Würzburg unterzeichneten die Stiftung MyHandicap und die auf Blindheit und Sehbehinderung spezialisierten Berufsförderungswerke (BFW) aus Halle (Saale), Düren, Mainz und Würzburg ihre Vereinbarung zur Zusammenarbeit. Geplant ist eine umfassende Informationsaufbereitung über die Plattform von www.myhandicap.de, die sich an Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung wendet. Mit der Erfahrung und der Expertise der vier spezialisierten Berufsförderungswerke werden sowohl Betroffene und deren Umfeld als auch Unternehmen über Hilfen und berufliche Möglichkeiten zuverlässig informiert. Um die Vernetzung von Arbeitgebern mit gut ausgebildeten Menschen mit einer Seheinschränkung weiter zu verbessern, werden die Absolventen der Berufsförderungswerke und deren Angebote in die Jobbörse von MyHandicap eingebunden. Damit wird ein Beitrag zur verbesserten Inklusion von Menschen im ersten Arbeitsmarkt geleistet.

 

Ziel von MyHandicap ist es, Menschen mit Behinderung den Lebensalltag zu erleichtern und ihnen in privaten und beruflichen Belangen zum Erfolg zu verhelfen. Dazu gehört es auch, Unternehmen und Arbeitssuchende bei allen Fragen rund um Job, Ausbildung und Inklusion bestmöglich zu unterstützen. Neben den Informations- und Vernetzungsangeboten über die Plattform, dem in Zusammenarbeit mit allen großen Trägern der Sozialversicherung gestarteten Aktionsbündnis „Jobs für Menschen mit Behinderung“ ist die MyHandicap-Jobbörse ein weiterer Beitrag auf dem Weg in eine inklusive Arbeitswelt. Ziel der Berufsförderungswerke ist die zeitnahe Wiedereingliederung der erwachsenen Teilnehmer in das berufliche und gesellschaftliche Leben, denn der Großteil der Lehrgangsteilnehmer war vor der Sehschädigung berufstätig.

 

Bei der Vertragsunterzeichnung in Würzburg äußerten die beteiligten Geschäftsführer ihre Freude über die Zusammenarbeit. „Durch die Kooperation mit den vier Berufsförderungswerken können wir auf unserer Plattform www.myhandicap.de Arbeitgebern eine wichtige Quelle zur Rekrutierung von gut ausgebildetem Fachpersonal aufzeigen und Ratsuchende, seien es Betroffene, deren Angehörige oder auch Unternehmen, direkt mit ausgewiesenen Fachexperten im Bereich Sehbehinderung und Blindheit vernetzen“, so Robert Freumuth, Geschäftsführer von MyHandicap Deutschland.

Kerstin Kölzner, Geschäftsführerin BFW Halle (Saale) erwartet von der Kooperation, „dass die Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und ihre Angehörige, die unser Haus brauchen, auch wissen, dass es uns gibt. Gleichzeitig sollen Arbeitgeber auf potentielle Fachkräfte aufmerksam gemacht werden". Dr. Hans-Joachim Zeißig, Geschäftsführer BFW Düren und Hans-Dieter Herter, Geschäftsführer BFW Mainz, verweisen auf die vielen Erfolgsgeschichten zur Integration von Menschen mit Sehbehinderung. „Das Internet und Plattformen wie MyHandicap stellen eine gute Möglichkeit dar, diese Success-Stories wirksam zu platzieren", so Dr. Zeißig. Wichtig sei es, so Herter weiter, „dass wir die vielen Möglichkeiten der Inklusion der breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen, denn viele Unternehmen wissen gar nicht, dass wir BFWs für den Bedarf im ersten Arbeitsmarkt ausbilden!"

Christoph Wutz, Geschäftsführer BFW Würzburg, stellt abschließend fest, „mit MyHandicap.de nutzen wir eine Plattform, die für Unternehmen sowie für Betroffene einen hohen Nutzwert hat und mit der wir jüngere Zielgruppen erreichen können. Deswegen ist MyHandicap.de für uns Spezial-BFW der passende Partner."

 

Stiftung MyHandicap gemeinnützige GmbH

Die gemeinnützige Stiftung MyHandicap will die Lebenssituation von Menschen verbessern, die durch eine Behinderung oder schwere Krankheit in ihrem Alltag maßgeblich beeinträchtigt sind. Dies geschieht durch umfassende Information und Beratung zu allen Bereichen des Alltags mit dem Ziel, Betroffenen ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen. Zu diesem Zweck bietet MyHandicap mit www.myhandicap.de ein Internetportal an, auf dem Informationen, Wissen und Erfahrung zu allen Bereichen des Lebens mit Behinderung und Mobilitätsbeeinträchtigung gebündelt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.myhandicap.de bzw. http://autoclub.myhandicap.de/.

Ansprechpartner

Robert Freumuth

Stiftung MyHandicap gemeinnützige GmbH

Mobilitätsclub

Telefon: 089-76 77 69 70

E-Mail: robert.freumuth(at)myhandicap.de

Web: www.myhandicap.de

 

Berufsförderungswerke

Ansprechpartner

Irene E. Girschner

Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg

Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte

Helen-Keller-Str. 5, D-97209 Veitshöchheim

Telefon: 0931-90 01 171

E-Mail: irene.girschner(at)bfw-wuerzburg.de

Web: www.bfw-wuerzburg.de

 

 

Die Berufsförderungswerke von Halle (Saale), Mainz, Düren und Würzburg sind von bundesweit 28 Berufsförderungswerken die vier, die sich auf die berufliche Bildung von erwachsenen Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung spezialisiert haben. Durch eine Erkrankung oder einen Unfall können sie ihre bisherige berufliche Tätigkeit nicht mehr länger ausüben. Die Experten der Berufsförderungswerke unterstützen Betroffene dabei, sich neue berufliche Perspektiven zu verschaffen. Die Kursangebote entsprechen den anerkannten Ausbildungsberufen und schließen in der Regel mit der Prüfung vor der IHK oder anderen staatlichen Stellen ab. 

30.
Mär
2016
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so auch die zwei- bzw. dreijährige Ausbildung der Physiotherapeuten und Masseure im Bildungsinstitut für Gesundheit und Soziales (Berufsförderungswerk) Mainz. Sie erhielten am 30.03.2016 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ihre Berufsurkunden und Zeugnisse.

Zuvor hatten alle 18 Teilnehmer/innen die mit vielen hochkarätigen Themenschwerpunkten ausgestattete Abschlussprüfung bestanden. Prof. Dzieniszewski, Vorsitzender des Prüfungsausschusses im Auftrag des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Öffentliches Gesundheitswesen und Pharmazie-Gesundheit, war beeindruckt von den fundierten Anatomiekenntnissen, die in der mündlichen Prüfung rhetorisch eindrucksvoll dargestellt werden konnten.

Die Examensfeier wird alljährlich von Vorsemestern für Absolventen ausgerichtet und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Klein, aber fein“. Das deutsche Wort „fein“ wurzelt im lateinischen „finis“ für Ende. Fein raus sei man, so Geschäftsführer Hans-Dieter Herter, wenn etwas ein gutes Ende gefunden habe und man sich in einer glücklichen Lage befinde, wie dem Start in ein neues Arbeitsleben für die Physiotherapeuten oder das Anerkennungshalbjahr der Masseure.

Letztere seien heute in den Bereichen Rehabilitation und Wellness sehr gefragt, so der Ausbildungsleiter Wolfgang Oster. Die Vergütung für therapeutische Leistungen müsse in den nächsten Jahren entsprechend der Nachfrage deutlich steigen, so Oster, und auch ein direkter Patientenzugang ohne ärztliche Verordnung sei zu erwarten.

Das Rahmenprogramm bestand aus einer Tanzaufführung, Improvisationstheater und einer sehr besonderen Prüfung in Anamnese, Inspektion und Palpation: Herren waren gehalten, sich Hinterteile freiwilliger Damen optisch einzuprägen und diese später mit verbundenen Augen durch Abtasten zu erkennen. Nur, dass die Mädels zwischenzeitlich durch Männer ausgetauscht worden waren, die das professionelle Abtasten ihrer Allerwertesten unter allgemeiner Anteilnahme des Publikums geschehen ließen.

Die ausgezeichnete Küche des Bildungsinstitutes legte die Grundlage für einen gemütlichen Abend, und, ausgehend von der selbst gewählten Abschiedsmusik einer Absolventin, die Basis für die am Anschauungsobjekt nachvollziehbare Erkenntnis: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

04.
Nov
2015
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Die Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, und die Geschäftsführung des Berufsförderungswerkes Mainz trafen sich am 2. November 2015 zu einem Austausch im Berufsförderungswerk auf dem Lerchenberg. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt vom integrativen Konzept der Einrichtung und davon, wie im BFW Mainz Inklusion gelebt wird.

Als größte Ausbildungseinrichtung für Massage und Physiotherapie in Rheinland-Pfalz setzt sich das BFW Mainz schon  seit vielen Jahren mit konkreten Vorschlägen zur gesetzlichen Neuregelung für die zeitgemäße Optimierung der Ausbildungs- und Prüfungsbedingungen ein. Gleiches gilt für die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Berufsalltag der Physiotherapeuten und Masseure.

Frau Bätzing-Lichtenthäler setzt sich für verbesserte Rahmenbedingungen für Physiotherapeuten ein wie beispielsweise Schulgeldfreiheit und Bürokratieabbau im Zusammenhang mit dem GKV Versorgungsstärkungsgesetz.

„Die Berufsförderungswerke sind ein wichtiger Bestandteil der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Menschen mit Behinderungen. Das Land hat bewusst in die Weiterentwicklung der drei Einrichtungen in Birkenfeld, Vallendar und Mainz investiert. Dadurch war es möglich, ein dem fachlichen und regionalen Bedarf entsprechendes Ausbildungsangebot zur Verfügung zu stellen, das im bundesweiten Wettbewerb bestehen kann“, so die Ministerin.

„Mit ihrem Maßnahmenangebot sind die BFWs nicht nur kompetente Partner von Menschen mit einem Handicap, sondern auch der Qualifizierungspartner der Wirtschaft. „Dieses Potenzial müssen wir auch mit Blick auf den demografischen Wandel, den Fachkräftebedarf und einem immer höheren Anteil von Berufstätigen mit einem Reha-Bedarf nutzen“, betonte Bätzing-Lichtenthäler bei ihrem Besuch im BFW auf dem Lerchenberg.

31.
Jul
2015

360 Grad heißt die neue Initiative der vier Berufsförderungswerke in Düren, Halle, Mainz und Würzburg. Gemeinsames Ziel ist die bundesweite Vermittlung von Knowhow an Institutionen, die mit blinden und sehbehinderten Menschen in beruflichem Kontakt stehen. Neu im Visier haben die vier BFW als Experten für berufliches Sehen dabei Zielgruppen im Geschäftsbereich und in der Privatwirtschaft, die die Leistungen der Berufsförderungswerke noch nicht nutzen. Das gemeinsame Angebot ist durch die vier BFW bundesweit und flächendeckend aufgestellt.

Weitere Informationen unter www.360grad-experten.de

10.
Jun
2015
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Ganze 28 Knochen und 128.000 Schweißdrüsen hat ein Fuß – diese und weitere interessante Informationen boten die Projekttage „Fuß“, die vom 8. bis 9. Juni 2015 von Teilnehmerinnen und Teilnehmern in drei Ausbildungsberufen des BFW Mainz ausgestaltet wurden. In 10 interdisziplinären Teams erstellten sie unter anderem ein interaktives Fußmodell, beschäftigten sich mit Tapingverfahren und der Geschichte der Podologie, bauten einen Barfußpfad und duellierten in fußgymnastischen Übungen. Ein Teilnehmer berichtet.

In unseren Ausbildungsberufen Physiotherapeut/in, Masseur und Medizinische Bademeister/in sowie Podologe/Podologin werden Menschen ganzheitlich wahrgenommen und beraten. Die Berufsbilder ergänzen sich und betrachten den Patienten nicht nur unter dem Blickwinkel der eigenen Profession.

So auch Anfang Juni, als wir für zwei Tage „Füßiotherapeuten“ waren. In 10 interdisziplinären Gruppen mit je 15 Personen beschäftigten wir uns mit verschiedenen Themen rund um den Fuß: von biomechanischen und funktionellen Besonderheiten über Ganganalyse und Genese von Therapieansätzen bis zu  Orthopädietechnischer Fußunterstützung und dem Bau eines Barfußpfades.

Ergebnisse barrierefrei präsentiert

Unsere Teams stellten Beachtliches auf die Beine. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden sogar von Auszubildenden der jeweils anderen Berufsbilder präsentiert – eine besondere Leistung, zumal die Präsentationen barrierefrei auch für Seh- und Hörbehinderte zur Verfügung stehen mussten.

Die Zuhörer erhielten interessante Informationen in Fußanatomie- und -erkrankungen, therapeutischer Zusammenarbeit der Fachbereiche, sowie Fortbildungsmöglichkeiten der Physiotherapie und lernten z. B., dass ein Fuß 28 Knochen und 128.000 Schweißdrüsen hat.
Dazu erstellten Masseure und Medizinische Bademeister ein haptisch wahrnehmbares interaktives Fußmodell, das einen Ehrenplatz in der Schule erhalten wird.

Gestaltung eines Barfußpfades

„Mit den Füßen fühlen“ konnte man auf einem unter Anleitung von Frau Papakonstantinou und Herrn Faust gebauten Barfußpfad: Mit verbundenen Augen wurden Mitschüler durch Laub, Kieselsteine, Sand, Rindenmulch, Schlamm, Moos, Sägespäne und schließlich Wasser geführt. Mit Steinen eingefasst, bleibt der Erlebnispfad der Einrichtung erhalten.

Interessantes rund um Fuß-Taping

Eine andere Gruppe um Frau Pudzich und Frau Soff arbeitete mit Taping-Verfahren: Bunte Bandagen in verschiedenen Stärken entlasten und stützen – punktgenau in unterschiedlicher Elastizität platziert – rund um die Uhr den Stütz- und Bewegungsapparat, ohne die Mobilität einzuschränken. Sie sind luftdurchlässig, atmungsaktiv, kostengünstig und ohne Nebenwirkungen. Eingeführt wurde das Verfahren Ende der 1990er Jahre vom Ex-Profifußballer Alfred Nijhuis (Borussia Dortmund) in Europa, der zuvor für Japan gespielt und dort die spektakuläre Wirkung des Tapings am eigenen Körper erfahren hatte. Dass er schwarz-gelbe Bänder bevorzugte, ist ebenso wenig bewiesen wie die farbtherapeutische Wirkung der neuen Heilmethode.

Geschichte der Podologie – von Hippokrates bis Durlacher

Wir erhielten Geschichtsunterricht zur Podologie („Lehre vom Fuß“) von Hippokrates bis Abraham Durlacher (jüdischer Emigrant aus Durlach bei Karlsruhe, der in England großes Ansehen bei der Königsfamilie genoss), weil beide u. a. zum Thema Hühneraugen publizierten. In Deutschland ist der medizinische Bereich der Fußpflege seit 2002 gesetzlich geregelt, damit ernsthafte Erkrankungen wie das diabetische Fußsyndrom behandelt werden können. In diesem Zusammenhang wird z. B. die Berührungsempfindlichkeit der Füße getestet. Mit einer Stimmgabel!

Schüler-Lehrer-Wettkampf mit fußgymnastischen Übungen

Fußgymnastische Übungen zur Stärkung, Erhöhung der Beweglichkeit und Kräftigung waren Aufgaben im Wettkampf zwischen Schüler- und Lehrerteams. Es wurde gefaltet, geknüllt, gerissen, gelaufen, gewatschelt, gehüpft und gehalten. Anders als im Team der Ganganalytiker gibt es dazu keine Videoaufnahmen. Die Übungen selbst können im Handout der Gruppe nachgelesen werden.

Teilnehmer/innen und Ausbilder/innen waren am Ende des Tages sehr begeistert und schmiedeten schon Pläne für die nächsten Projekttage. Die Berufsgruppen hätten viel voneinander gelernt und erfahren, private Kontakte auch außerhalb des Unterrichts geknüpft, so das Resümee; und vielleicht gründet sich die ein oder andere fachübergreifende Lern- und Arbeitsgruppe.

29.
Aug
2014
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Am 29.08.2014 trat der Beirat des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln des Ausgleichsfonds geförderten Projekts „Förderung der beruflichen Rehabilitation und der Beschäftigungsfähigkeit von Menschen mit Sehschädigung durch regelmäßiges Sporttreiben“ zum dritten Mal zusammen. Das Treffen fand dieses Mal in den Räumlichkeiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Bonn statt. Die Beiratsmitglieder freuten sich ganz besonders über die Anwesenheit der Bundesbehindertenbeauftragten Verena Bentele, die trotz ihres engen Zeitplans die Teilnahme einrichten konnte.

In seiner Begrüßung stellte Matthias Nagel, Leiter des Referats Va4 des BMAS, die Bedeutung regelmäßiger Bewegung für die Rehabilitation und Teilhabeförderung von Menschen mit Behinderungen hervor. Dabei begrüßte er ausdrücklich den anwendungsorientierten Forschungsansatz im Projekt unter Beteiligung der Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation als mögliche Katalysatoren der Teilhabe am Sport.

Verena Bentele, selbst mehrfache Paralympicssiegerin im Biathlon unterstrich in Ihrer Begrüßung  den im Projekt gelebten Netzwerkgedanken zur Initiierung von Bewegung und Sport im Rahmen der beruflichen Rehabilitation unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Die Projektverantwortlichen des Forschungsinstituts für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS gGmbH) stellten anschließend den derzeitigen Projektstand, Ergebnisse der retrospektiven Erhebung und erste Zwischenergebnisse der Interventionsstudie vor.

Das Beiratsplenum mit Vertretern des BMAS, den Berufsförderungswerken Düren, Halle und Mainz, dem Berufsbildungswerk Stuttgart, dem Deutschen Behinderten Sportverband und von den Selbsthilfeverbänden für blinde und sehbehinderte Menschen Pro Retina, Deutscher Blinden – und Sehbehindertenverband sowie Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik zusammensetzt, diskutierte auf dieser Basis intensiv die aus den Ergebnissen abzuleitenden Konsequenzen für die praktische Arbeit vor Ort und den weiteren Projektverlauf.

In den darauffolgenden Berichten aus den beteiligten Einrichtungen wurde deutlich, dass sich die durch das Projekt initiierten Bewegungs- und Sportangebote etablieren konnten und auch nach Abschluss der Interventionsstudie weiterlaufen werden. Diese Entwicklung wurde von allen Anwesenden begrüßt. Welche nachhaltigen Auswirkungen das regelmäßige Sporttreiben in den Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation auch nach dem Verlassen eben jener hat, wird in den nächsten Projektschritten vertiefend untersucht und auf einer Fachtagung im 2.Halbjahr 2015 der Öffentlichkeit präsentiert.

23.
Aug
2014
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Am 23. August 2014 fand auf dem Mainzer Lerchenberg die 4. Physio-Soccer Landesmeisterschaft statt. Veranstalter ist die Juniorenorganisation vom Deutschen Verband für Physiotherapie. Das Turnier wird jedes Jahr ausgetragen; beteiligen können sich alle PT-Schulen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Ausrichter war dieses Mal das BFW Mainz, dessen Fußballerinnen und Fußballer den Pokal 2013 gewonnen hatten.

Leider hat es dieses Jahr für die BFW-Spielerinnen und Spieler, die gleich zwei Mannschaften stellten, nur für Platz 3 und 4 gereicht.

16.
Jun
2014
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„Persons with Visual Impairment as Physiotherapists“

Ganz im Zeichen des europaweiten Austauschs stand das internationale Treffen von Vertretern  unterschiedlicher Institutionen in Helsinki, Finnland mit dem Thema

„Persons with Visual Impairment as Physiotherapists“
-Menschen mit Sehbehinderung als Physiotherapeuten-

zu dem der Finnische Sehbehinderten-Verband sowie der Verband der sehbehinderten Physiotherapeuten eingeladen hatten.

Auch im Interesse des DBSV war das BFW-Mainz als Vertreter Deutschlands neben Teilnehmern aus Finnland, Dänemark, Estland,  Frankreich, Spanien und Schweden angereist, um sich unter verschiedensten Fragestellungen zur aktuellen Situation der sehbehinderten und  blinden Physiotherapeuten der einzelnen vertretenen Länder auszutauschen.

Neben interessanten Vorträgen fanden Workshops in Kleingruppen statt, die Zeit zu einem persönlichen Informations-und Erfahrungsaustausch boten.

So referierte der Ausbildungsleiter des BFW-Mainz Wolfgang Oster, Diplom-Medizinpädagoge und Physiotherapeut, in seinem Vortrag über Zugangsvoraussetzungen, Eignungstests, Bildungsinhalte und deren Anpassung an Sehbehinderte sowie Berufschancen der blinden und sehbehinderten Physiotherapeuten in Deutschland allgemein und speziell der Absolventen des BFW-Mainz.
Hier wurde besonders deutlich, wie erfolgreich sich das integrative Konzept der gemeinsamen Ausbildung von nicht beeinträchtigten und beeinträchtigten Teilnehmern am BFW-Mainz schon seit Jahrzehnten auf die Qualifikation und Akzeptanz unserer blinden und sehbehinderten Physiotherapeuten ausgewirkt hat. Auch die von staatlicher Seite gesetzlich verankerte gleichberechtigte Stellung dieser Absolventen ist ein besonders in Deutschland herausragendes Merkmal.

Eine ähnlich gute Ausbildungs- und Berufssituation für sehbehinderte und blinde Physiotherapeuten schilderten auch Joel Betton, der Präsident der Nationalen Union Sehbehinderter Physiotherapeuten, Paris sowie Ana Isabel Ruiz López, die Direktorin für Bildung, Beschäftigung und Kulturförderung der Spanischen Nationalen Blindenorganisation ONCE, Madrid.
In beiden Ländern wird im Gegensatz zu Deutschland der Abschluss aller Physiotherapeuten an einer Universität erworben, auch hier findet die Ausbildung an Spezialeinrichtungen für sehbehinderte Physiotherapeuten statt.

Die Ausbildungs- und Beschäftigungssituation bzw. die Akzeptanz blinder- und sehbehinderter Berufskollegen ist hingegen in den nordischen Ländern wie Dänemark, Finnland und Schweden laut der Darstellung der Vertreter dieser Länder sehr viel schwieriger. Hier ist die Zahl der ausgebildeten und berufstätigen sehbehinderten und blinden Physiotherapeuten insgesamt geringer, die Ausbildung erfolgt hier ausschließloch inklusiv an dortigen Universitäten.

Gemeinsames Fazit der Veranstaltung ist das Ziel, die internationalen Kontakte zu intensivieren, um aufbauend auf positiven Beispielen v.a. aus Deutschland, Frankreich und Spanien auch in anderen europäischen Ländern ein erfolgreicheres Ausbildungs-und Beschäftigungsprogramm für blinde und sehbehinderte Physiotherapeuten zu etablieren. Die Idee ein internationales Netzwerk zum zukünftigen Informations-und Erfahrungsaustausch zu schaffen, wurde von allen Teilnehmern positiv begrüßt.

Das Treffen endete mit einer interessanten Besichtigung des modernen Veranstaltungsortes, dem finnischen „Service and Activity Center for Visually Impaired", Iiris.

Nadja Ploghaus

Wie seit vielen Jahren präsentierte das BFW-Mainz auch 2017 sein breit gefächertes Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot auf der SightCity, der größten internationalen Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel in Frankfurt am Main.
Im Rahmen von individuellen Beratungsgesprächen wurden den Interessenten die Möglichkeiten und Perspektiven von Ausbildung und Studium im Gesundheitswesen vermittelt. Besonders die hervorragende Integrationschance auf dem ersten Arbeitsmarkt fand bei einem großen Publikum aus dem In- uns Ausland großen Anklang. Neben blinden und sehbehinderten Interessenten konnten sich auch Leistungsträger wie Arbeitsagenturen, Integrationsämter und Rentenversicherung über die aktuellen Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen informieren.
Fazit: eine gelungene Veranstaltung!