Das Konzept
"Menschen, die man nicht isoliert, brauchen später nicht integriert zu werden", dieser Kernsatz, von dem blinden Schulsprecher 1983 bei der offiziellen Eröffnung des Neubaus des BFW Mainz - damals Elisabeth Dicke-Schule - gesprochen, charakterisiert am eindrucksvollsten das Bestreben der Einrichtung, blinden und sehbehinderten Menschen den Start in ein erfülltes und selbständiges Berufsleben zu ermöglichen. Ein wesentlicher Bestandteil der Konzeption des Berufsförderungswerkes Mainz - Zentrum für Physikalische Therapie - ist die Förderung des Selbstbewusstseins, der Selbstständigkeit und der Unabhängigkeit der Blinden, Sehbehinderten und Hörgeschädigten in Vorbereitung darauf, dass an den späteren Arbeitsplätzen in aller Regel keine besonderen Schutzräume für Behinderte existieren. Dementsprechend wird versucht, die Teilnehmer so auszubilden und zu motivieren, dass sie sich gut vorbereitet in ungewohnter Umgebung zurechtfinden und behaupten können. Ein enorm wichtiger Beitrag zum Gesamtziel "Integration" ist natürlich die gemeinsame Ausbildung von Behinderten und Nichtbehinderten, in der beide Gruppen mit- und voneinander lernen. So wird bereits in der Vorbereitung auf den Beruf ein Abbild der späteren Situation am Arbeitsplatz geschaffen. Nicht nur die gemeinsame Unterrichtung Behinderter und Nichtbehinderter spielt für die Integration eine große Rolle, sondern ebenso das Lebensalter der Teilnehmer, das zwischen 18 und 45 Jahren liegt. Darin liegt die Vielfalt von mehr als einer Generation. Auch dieses Zusammenleben und miteinander Arbeiten muss im Hinblick auf eine reibungslose Zusammenarbeit eingeübt werden. |