Medizinische Tastuntersucherin
| Informationen und Ausbildungsverlauf |
Brustkrebs ist eine häufige und potentiell zum Tode führende Erkrankung von Frauen. Da die Heilungschancen umso schlechter sind je fortgeschrittener die Erkrankung bei der Erstdiagnose ist, müssen alle Bemühungen auf die frühestmögliche Erkennung der Brustkrebserkrankungen abzielen. Blinde trainieren in Ermangelung ihres Gesichtssinns das verbleibende Sensorium intensiver und verfügen infolgedessen auch über ein größeres Spektrum an wahrnehmbaren Sinnesqualitäten beim Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Diese besondere Tastfähigkeit soll dazu nutzbar sein, den diffizilen und komplexen Untersuchungsgang der Palpation der weibliche Brust besser und sicherer als Sehende durchzuführen, um damit die ärztliche Diagnose von Brustveränderungen früher zu ermöglichen. Qualifizierungsverlauf Nach 6-monatiger Qualifizierung im BFW findet die theoretische Teilüberprüfung vor der Ärztekammer statt. Ein 3-monatiges Praktikum in Arztpraxis und Klinik schließt sich an. Die Qualifizierung zur Medizinischen Tastuntersucherin (MTU) endet mit der abschließenden praktischen Prüfung vor der Ärztekammer. Die Ausübung des medizinischen Hilfsberufes erfolgt grundsätzlich unter der Verantwortung eines Arztes. Der Schwerpunkt der Berufstätigkeit liegt in der praktischen Durchführung der klinischen Tastuntersuchung der weiblichen Brust. Entsprechend legt das Qualifizierungscurriculum hier seinen Schwerpunkt. Gleichzeitig wird aber auch ein umfassendes theoretisches Wissen zum Aufbau, zur Funktion und zu den gut- und bösartigen Erkrankungen der weiblichen Brust vermittelt. Auch Grundkenntnisse über diagnostische und therapeutische Methoden gehören zum Qualifizierungssprogramm. Als praktische Methode liegt der klinischen Tastuntersuchung der weiblichen Brust die von "discovering hands®" definierte "Methode zur klinischen Brustuntersuchung durch blinde Menschen(KBU-B)" zugrunde, die von der MTU auch in der Ausübung ihres Berufes angewandt wird. Ein weiterer Schwerpunkt der Qualifizierung berücksichtigt die erforderlichen medizinischen Basisgrundlagen sowie das patientinnenzentrierte Sozialverhalten. Die Medizinische Tastuntersucherin arbeitet im Praxisalltag selbstständig von der Anamneseerhebung bis zur Befunddokumentation. Das macht auch die Beherrschung des "Medizinischen Schreibens" und der entsprechenden Fachterminologie erforderlich, welche ebenfalls Qualifizierungsinhalte sind. Mit dem Projekt „discovering hands®“ wurden die Voraussetzungen zur Anerkennung dieses medizinischen Hilfsberufes geschaffen. Das BFW Mainz bietet seit Februar 2010 diese Qualifizierung an. Wünschen Sie weitere Informationen, so nutzen Sie bitte unser Kontaktformular oder wenden Sie sich an: Helga Reinstadler h.reinstadler@bfw-mainz.de Tel.: 06131-784-10 Fax: 06131-784-49 und Kornelia Seckert k.seckert@bfw-mainz.de Tel.: 06131-784-22 Fax: 06131-784-49 |